Schleimbeutelentzündung der Schulter

Die Schleimbeutelentzündung der Schulter wird fachsprachlich als Bursitis bezeichnet. Im Schultergelenk befinden sich wichtige Schleimbeutel, die während der Bewegungen als Puffer und Gleitschicht fungieren. Die Schleimbeutel sind mit Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit) gefüllt und verhindern die Reibung zwischen Muskeln, Sehnen, Gewebe und Knochen. Bei einer Schleimbeutelentzündung in der Schulter kommt es zu einer Ausdehnung der Schleimbeutel. Sie füllen sich mit mehr Flüssigkeit. Der für die die Bewegung zur Verfügung stehende Raum unter dem Schulterdach wird verengt. Es kommt zu Einklemmungen der im Schulterraum gleitenden Muskeln und Sehnen. Dieser Prozess ist mit starken Bewegungsschmerzen verbunden. Nach außen kann die Schwellung der Schleimbeutel sichtbar in Erscheinung treten.

Schleimbeutelentzündung München

Die Schleimbeutelentzündung wird in eine akute und eine chronische Form unterschieden. Bei der akuten Form treten die typischen Schwellungen und Schmerzen in den allermeisten Fällen sehr plötzlich und sehr massiv auf. Die chronische Schleimbeutelentzündung ist davon gekennzeichnet, dass die Schmerzen über einen längeren Zeitraum anhalten oder immer wiederkehren. Die Therapiemaßnahmen müssen greifen und die Ursache für die Entzündung muss behoben werden. Eine akute Schleimbeutelentzündung in der Schulter kann sonst chronisch werden. Die Schleimbeutelentzündung in der Schulter lässt sich auf verschiedene Ursachen zurückführen. Die Hauptursache liegt in der mechanischen Überlastung des Schultergelenks durch berufliche Tätigkeiten oder sportliche Aktivitäten. Menschen, deren Beruf Überkopfarbeiten umfasst, haben ein erhöhtes Risiko für die Erkrankung. Ebenso tritt die Schleimbeutelentzündung der Schulter häufig bei Menschen auf, die Ballsportarten wie beispielsweise Handball, Tennis und Badminton oder Wurfsportarten betreiben. Gicht, rheumatoide Arthritis oder Tuberkulose gelten als Auslöser für die Bursitis. Die Schleimbeutelentzündung in der Schulter kann zudem durch ein Trauma entstehen. Unfallbedingte Verletzungen, bei denen Fremdkörper oder Schmutz in das Schultergelenk gelangen, können die Entzündung des Schleimbeutels auslösen. Ferner kann die Bursitis durch ein Engpasssyndrom im Schultergelenk (Impingement-Syndrom), die Schultersteife oder Rupturen in der Rotatorenmanschette verursacht werden.

Die Schleimbeutelentzündung der Schulter ist mit einer starken Schmerzbildung im Schulterbereich verbunden. Die typischen Schmerzen treten während der Bewegung auf und können sogar in den Ruhephasen auftreten. Die Beweglichkeit der Schulter wird durch die Schmerzen eingeschränkt. Oftmals kann der Arm nicht mehr seitlich nach oben geführt werden. Weitere Symptome, wie bspw. Schwellungen oder Rötungen, können sich äußerlich zeigen. Zudem können eine Überwärmung und ein Druckschmerz festgestellt werden. Gelegentlich führt die Entzündung im Schulterbereich zu Fieber. Treten die Symptome plötzlich und unerwartet innerhalb weniger Stunden oder Tage auf, handelt es sich um eine akute Schleimbeutelentzündung der Schulter. Bei dem chronischen Verlauf stellen sich die Symptome über einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen oder Monaten schleichend ein.

Die Diagnose der Bursitis lässt sich anhand der Anamnese (Krankengeschichte) und der klinischen Untersuchung stellen. Die Befragung des Patienten nach seiner beruflichen Tätigkeit, den sportlichen Aktivitäten und der Schmerzbildung liefern zusammen mit der Tastuntersuchung und der Prüfung der Schulterbeweglichkeit wichtige Hinweise. Die Anfangsdiagnose lässt sich durch bildgebende Verfahren bestätigen. Zudem lassen sich durch diese Verfahren die Ursachen für die Bursitis aufspüren. In der Ultraschalluntersuchung kann die Schulter in Bewegung betrachtet werden, das MRT (Magnetresonanztomografie) liefert Aussagen zu den Schädigungen an den Weichteilen, im Röntgenbild können Veränderungen an den knöchernen Strukturen festgestellt werden. Mithilfe der Punktion wird Flüssigkeit aus dem entzündeten Schleimbeutel genommen. Die anschließende Laboruntersuchung zeigt, ob z.B. ein Bakterienbefall die Ursache für die Entzündung bildet.

Die Bursitis wird in der Regel zunächst mit konservativen Maßnahmen behandelt. Die durch eine akute Entzündung hervorgerufenen Schmerzen werden durch die Gabe von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten gelindert. Zudem sollte die Schulter vorrübergehend geschont und ruhiggestellt werden. Oftmals führen bereits diese Maßnahmen zu einem Abklingen der Symptome. Bei einem chronischen Verlauf kommen häufig zusätzlich manuelle Therapien zum Einsatz, um die Entzündungsprozesse zu stoppen und den Patienten beschwerdefrei zu stellen. Auch die Stoßwellentherapie liefert gute Ergebnisse bei der Behandlung der Bursitis. Zur Erhaltung der Schultergelenkbeweglichkeit und zum Muskelaufbau haben sich physiotherapeutische Übungen bewährt. Eine bakterielle Entzündung des Schleimbeutels wird typischerweise mit einem Antibiotikum behandelt.

Die operative Therapie wird in Erwägung gezogen, wenn die konservativen Maßnahmen nicht oder nicht in ausreichendem Maß zu der erwünschten Beschwerdefreiheit führen. In den allermeisten Fällen wird der Eingriff in einem minimal-invasiven Verfahren in Form der Arthroskopie durchgeführt. Dabei wird der entzündete Schleimbeutel in der sogenannten Schlüssellochoperation vollständig entfernt. Mittels einer Arthroskopie kann das Schultergelenk von innen betrachtet werden. Notwendige Korrekturen an Weichteilen oder knöchernen Strukturen kann der Arzt direkt vornehmen. Beispielsweise können an der Supraspinatussehne vorliegende Kalkdepots oder Knochensporne am Schulterdach entfernt und geglättet werden, sofern sie die Schleimbeutelentzündung in der Schulter verursacht haben.

Unmittelbar nach der operativen Entfernung des Schleimbeutels (Bursektomie) beginnt der Körper mit der Bildung von Gewebematerial, das bereits nach einer kurzen Zeitspanne die Aufgabe des entfernten Schleimbeutels übernimmt. Direkt nach dem Eingriff kann die Schulter wieder bewegt werden. Dabei sollte die Art und Weise der Beanspruchung dem Heilungsverlauf angepasst werden. Das Fadenmaterial wird etwa 10 Tage nach dem Eingriff entfernt. Die durch die Entzündung verursachten Schmerzen werden unmittelbar durch die Operation beseitigt.